Artenschutzhaus für seltene Arten

An einem trüben Tag im November 2020 wurde im Gewerbegebiet Oberweyer ein Artenschutzhaus der Fa. Wegener montiert. Das Gewerbegebiet ist durch extrem hohe Flächenversieglung und homogene Bebauung und Gestaltung geprägt. Ökologische Strukturen finden sich hier kaum und auch die vorhandenen Gebäude sind für die meisten gebäudebewohnenden Arten uninteressant, da sie keine Nischen, Einschlupfmöglichkeiten oder Dachüberstände aufweisen. Auch Höhlenbäume für baumbewohnende Vogel- und Fledermausarten fehlen völlig.

 

Dieser Turm bietet nun Fortpflanzungsstätten für Mehlschwalben, Mauersegler, Haus- und Feldsperlinge, Stare, Hausrotschwanz und alle Fledermausarten! So kann für gefährdete Gebäudebrüter Lebensraum auf kleinster Fläche geschaffen werden. Damit sich die Chancen erhöhen, dass die gefährdete Mehlschwalbe den Turm auch als Brutplatz annimmt wird das Artenschutzhaus in der Brutzeit mit Lockrufen der Art beschallt. Diese Methode hat sich schon oft bewährt und klappt auch bei Mauerseglern. Das nächste bekannte Vorkommen der Mehlschwalbe liegt etwa 100 m entfernt.

 

Das Projekt wurde vom Ortsbeirat Oberweyer, in Form von Werner Weber (auch NABU-Mitglied und Vogelschutzbeauftragter) angestoßen und von der Stadt Hadamar, dem RP-Gießen sowie der Syna finanziert. Der NABU-Hadamar half bei der Organisation und Auswahl des Artenschutzturmes und bei der genauen Standortbestimmung . Auch stehen wir weiterhin der Stadt beratend zur Seite und würden auch bei Reinigungsarbeiten aushelfen. Wir sind begeistert von der Vielfältigkeit dieses Turmes und hoffen schon im nächsten Jahr auf Besatz. Dabei hilft eine Beschallung des Turmes mit Lockrufen innerhalb der Balzzeit von Schwalben und Seglern. Hier halten wir euch auf dem Laufenden und stellen auch  regelmäßig neue Fotos der Bewohner ein, wenn sie denn eingezogen sind.


Nistkästen für Spatzen

Schon im Sommer 2020 kontaktierte uns Familie Muth aus Elz für eine Beratung bzgl. Gebäudebrütern. Unter ihrem Dach lebt seit Jahren eine große Brutkolonie des Haussperlings. Da die Art auf der Roten Liste geführt wird und durch immer häufigere Gebäudesanierungen kaum noch Brutmöglichkeiten findet war für die Familie klar, dass sie bei ihrer bevorstehenden Fassadensanierung auf die Vögel Rücksicht  nehmen werden. Also wurde die Brutzeit abgewartet und die Dachsparren erst danach erneuert. Um den Spatzen weiterhin Brutmöglichkeiten zu bieten war die Familie bereit zwei Haussperlingskästen an ihrem Haus anzubringen. Die Kästen wurden vom NABU organisiert und Familie Muth übergeben. Wir danken im Nahmen des Natur- und Artenschutzes und freuen uns, dass auch die Kinder in das Projekt "Vogelschutz" mit einbezogen werden.


Jungvogelaufzucht 2020

In diesem Jahr wurden wir oft kontaktiert, weil Menschen elternlose Jungvögel gefunden hatten. In einigen Fällen nahmen wir die kleinen Piepmätze auf. Unsere beiden Vorstandsmitglieder Anna und Christina nahmen sich insgesamt drei Jungtieren an. Aufgezogen wurden ein Mauersegler, der später zum starten in die Mauerseglerklinik nach Frankfurt gebracht wurde, ein Haussperling und ein Hausrotschwanz. Interessant, dass es sich bei allen drei Arten um absolute Gebäudebrüter handelt. Wir danken den aufmerksamen Findern!


Fund eines Waldkauz-Ästlings

Am 20.04.2020 wurde am Herzenberg in Hadamar ein junger Waldkauz (Ästling) vorgefunden. Wir brachten ihn erst einmal in die Obhut des erfahrenen Nabumitglieds Werner Weber, der ihn auch gleich fütterte. Daraufhin wurde die junge Eule von Herbert Friedrich, dem Keisbeauftragten für Vogelschutz beringt und am Herzenberg wieder in die Freiheit entlassen, wo die Euleneltern den kleinen Kerl weiter füttern werden bis er flügge wird.


Eisvogelbeobachtungen am Elbbach

Diese wunderschönen Aufnahmen eines Eisvogels am Elbbach in Hadamar sind unserem Nabukollegen Herbert Friedrich toll gelungen. Ein Pärchen brütet dort schon seit mehreren Jahren und wir hoffen auch in diesem Jahr auf eine erfolgreiche Jungenaufzucht.