Lebensraum für die Wechselkröte

Fr. Hübner (Obere Naturschutzbehörde Gießen), Hr. Fortmann (Untere Naturschutzbehörde Limburg), Fr. Pietsch (NABU), Hr. Bobbe (Wechselkrötenberater) (v. l. n. r.)
Fr. Hübner (Obere Naturschutzbehörde Gießen), Hr. Fortmann (Untere Naturschutzbehörde Limburg), Fr. Pietsch (NABU), Hr. Bobbe (Wechselkrötenberater) (v. l. n. r.)

Seit Jahren versucht das Regierungspräsidium Gießen um Hadamar Flächen für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen zum Erhalt der seltenen Wechselkröte zu finden. Ein Termin mit dem Bauamt blieb damals erfolglos. Die vom Aussterben bedrohte, regional sehr seltenen Art ist eine große Besonderheit in und für Hadamar. Bei uns kommt sie in einem Verbreitungsband von Niederhadamar bis Oberweyer und von Niederzeuzheim bis Wilsenroth vor. Unsere NABU-Gruppe erfasst die Vorkommen und bemüht sich um Aufklärung in der Bevölkerung und Erhalt der Art.

 

 

 

In der vergangenen Woche gab es ein Treffen mit dem NABU-Hadamar, dem Regierungspräsidium Gießen (ONB), der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) und dem Wechselkrötenbeauftragten des Landes Hessen. Gemeinsam werden wir Maßnahmen an einem bestehenden Privatteich und an unseren eigenen Teichen umsetzen.

 

 

 

Das RP möchte die Suche nach städtischen Flächen jedoch gerne erneut aufnehmen. Die Neuanlage von einem Feuchtbiotop würde vollständig im Rahmen der Biodiversitätsmittel durch das RP finanziert. Konkret handelt es sich um die Anlage eines oder mehrerer kleiner, offener Tümpel/Stillgewässer. Der Wechselkrötenberater kann ausgewählte Flächen auf ihre Standorteignung prüfen. Auch wir stehen jederzeit beratend zur Verfügung. Es würde uns sehr freuen, wenn die Stadt Hadamar eine Artenschutzmaßnahme für eine der bedeutendsten Arten im Gemeindegebiet favorisieren und unterstützen würde. Zudem wertet die Maßnahme die Stadt auch als nachhaltige Kommune touristisch auf.


Wechselkrötenerfassung 2020

Foto: Jürgen Diefenbach, Oberweyer
Foto: Jürgen Diefenbach, Oberweyer

In diesem Jahr haben wir einen Online-Aufruf zur Erfassung und Datensammlung der Wechselkröte gestartet. Leider haben sich nur wenige Menschen gemeldet bzw. auch wirklich Wechselkröten nachweisen können. Aber immerhin gibt es nun konkrete Nachweise für alle Ortsteile! Das ist ein tolles Ergebnis, denn offiziell waren bisher keine Vorkommen aus Niederhadamar und Steinbach bekannt. Dort konnte die Art nun verhört und auch beobachtet werden. Wir danken allen Meldern, die dabei geholfen haben, dass wir jetzt einen besseren Überblick über die Verbreitung einer der seltensten Kröten bei uns haben. So können Standorte für gezielte Schutzmaßnahmen abgeleitet werden. Wir suchen weiterhin passende Flächen zur Anlage von Teichen und Flachgewässern, die die Art zum laichen dringend benötigt.


Foto: Christina Gilsdorf, Faulbach
Foto: Christina Gilsdorf, Faulbach

Aktion Krötenschutz in Faulbach 2020
In diesem Jahr hat unsere NABU-Gruppe Hadamar einen Krötenschutzzaun in Hadamar-Faulbach gestellt. Hier werden jährlich Erdkröten auf ihrer Hin- und Rückwanderung zwischen Laichgewässer und Wald (Landlebensraum) im Frühjahr überfahren. In der Hauptwanderungszeit von Mitte Februar bis April/Mai wollten wir so einige Leben retten.


Ergebnisse folgen hier demnächst.

Zaunaufbau Rückwanderung